Montag, 1. September 2014

Die kurzen und die langen Jahre

Simon verliebt sich in die um Einiges ältere Sylvie. Er träumt von ihr, wünscht sich Nähe, will mit ihr zusammensein. Sylvie fühlt sich ebenfalls zu Simon hingezogen. Sie kann nicht ohne ihn, nimmt immer wieder Kontakt zu ihm auf, breitet in ihren Briefen ihre intimsten Gefühle vor ihm aus.


Sie lernen sich durch einen seltsamen und schrecklichen Umstand kennen. Die beiden bleiben sich ewig eng verbunden, aber immer wieder rauscht der Zeitpunkt für eine echte Beziehung an ihnen vorbei. Sie gehen getrennte Wege, kommen sich dann wieder ganz nah, verbringen Zeit zusammen, kommunizieren aber am besten per Brief. Simon wartet. Wartet. Wartet. Kurze Jahre, lange Jahre.

Mir hat Simon unendlich leid getan, denn er ist ein Leben lang an Sylvie gebunden, auch dann noch, als er schon gar nicht mehr weiß, wo sie lebt. Auch, als er selbst eine Familie gründet und eigentlich auf dem besten Wege ist, sich von ihr zu trennen. Sylvie ist und bleibt in seinem Herzen verankert. Auch wenn ich Verständnis für Sylvie hatte, mich hat es teilweise richtig geärgert, dass sie Simon immer wieder als Seelenklempner für sie hinhalten musste.

Thommie Bayer hat mit "Die kurzen und die langen Jahre" eine schöne und sehr einfühlsame Liebesgeschichte geschrieben, die in den 70er Jahren beginnt und beinahe 50 Jahre dauert.



Montag, 25. August 2014

Buchempfehlung: "Der Geschmack von Glück"

 
Nur eine kleine Unaufmerksamkeit und schon landet die email von Graham nicht beim gewünschten Absender, sondern bei Ellie. Beide sind Teenager und irgendwie verstehen sie sich gleich gut, obwohl sie sich gar nicht kennen. Der Beginn einer besonderen Freundschaft, die beide in ihrer Vertrautheit überrascht. Im wahren Leben wären sie sich nie begegnet, denn Graham ist niemand anderes, als DER angesagteste junge Schauspieler zur Zeit, der sich nur noch mit Sonnenbrille und Hut vor die Tür traut, um nicht von den geiernden Fotografen erkannt zu werden. Und der sich für die Dreharbeiten seines neuesten Filmes keinen anderen Ort ausgesucht hat, als das kleine verschlafene Küstenstädtchen, in dem Ellie wohnt und in einer Eisdiele den Sommer über jobbt. Wie wird sie reagieren, wenn er plötzlich vor ihr steht und sie erfährt, wer er ist? Können die beide dort weitermachen, wo die emails aufhören?

"Hey, E.?" - "Ja ... G? - "Wie wär´s, wenn ich dir morgen wieder maile?" - "Weiß nicht recht. Ich bin eigentlich nicht auf der Suche nach Netzfreundschaften ..." - "Aber?" - "Aber ich bin auch ganz schlecht im Verabschieden."

Sonntag, 10. August 2014

Eine Liebe über dem Meer

Seit ich diesen Roman gelesen haben, habe ich den ständigen Wunsch einen Stift in die Hand zu nehmen und einen Brief zu schreiben. Eine Liebe über dem Meer ist ein wunderbarer Roman, der ausschließlich in Briefform geschrieben wurde.


Im Jahre 1912 erhält die Schriftstellerin Elspeth eines Tages einen Brief aus Amerika. Der Absender ist ein junger Mann namens David, der von einem Freund den Gedichtband von Elspeth geschenkt bekommen hat. David ist von den Gedichten so verzaubert, dass er ihr einen Brief schreibt um ihr seine Bewunderung mitzuteilen. Von nun an schreiben die beiden sich unendlich viele Briefe. Anfangs tauschen sie sich über Gedichte und Romane aus, beschreiben ihr jeweiliges Leben auf zwei unterschiedlichen Kontinenten und necken sich. Doch die Briefe werden intimer und persönlicher. Elspeth und David verlieben sich. 

Der erste Weltkrieg führt die beiden zusammen und trennt sie wieder. Viele viele Jahre später entdeckt Elspeths Tochter die Briefe von David und macht sich auf die Suche nach dieser alten Liebe. Sie schreibt darüber ihrem Zukünftigen, schreibt ihrem unbekannten Onkel, ihrer Oma und eines Tages David. 

Ich war tief berührt und ganz begeistert von diesem wunderschönen Roman, von der Art und Weise, wie diese Menschen schriftlich kommunizieren, von der Kraft des geschriebenen Wortes. Mein erster Gedanke, als ich die letzte Seite gelesen hatte, war: ich muss mir sofort schönes Briefpapier kaufen.




Donnerstag, 31. Juli 2014

Eine wie Alaska.

Nachdem ich im Oktober des letzten Jahres Das Schicksal ist ein mieser Verräter gelesen hatte, war mir klar, dass ich unbedingt einen weiteren Roman von John Green lesen müsse. Im April habe ich Eine wie Alaska gelesen:


Miles wechselt die Schule. Auf seiner alten Schule war er ein Außenseiter, diesmal soll alles besser werden. Kaum angekommen freundet er sich mit seinem Zimmernachbarn Chip an. Chip ist mit Alaska befreundet und bald sind die drei ein unzertrennliches Team. Chip und Alaska sind cool und scheinen vor nichts Angst zu haben. Mit den beiden trinkt Miles zum ersten Mal Alkohol, raucht seine erste Zigarette und verknallt sich in Alaska. Die selbstbewusste und schöne Alaska bezaubert Miles, sie diskutieren über Lyrik, hecken Streiche aus und sind immer nah am Schulverweis. 

Miles ist fasziniert und überglücklich und gleichzeitig mit der Freundschaft komplett überfordert.

Man fiebert mit diesem symphatischen Jungen und hofft immer, dass er das Richtige macht. Ob er es schafft, die Balance zwischen Freundschaft und nicht in den Abgrund zu stürzen schafft, das verrate 
ich nicht. Nur so viel: Der letzte Streich hat Folgen!

Die Geschichte ist voller Dramatik und Sehnsucht und beschreibt das Erwachsenwerden dreier Freunde. Ein wunderbarer Roman!


Mittwoch, 30. Juli 2014

Die Einsamkeit der Primzahlen

Die Einsamkeit der Primzahlen handelt von zwei Menschen, die in ihrer Kindheit je ein schlimmes Schicksal erfuhren und dadurch ein Leben lang geprägt sind.


Da ist zum einen Alice, deren Vater von ihr verlangt einen Skikurs zu belegen. Sie hat Angst, will nicht mit der Gruppe den Berg hinunterfahren! Sie versteckt sich, macht sich in die Hose, verunglückt und  behält für immer ein steifes Bein.

Dann ist da Mattia, ein kleiner Junge, der immer seine behinderte Zwillingsschwester im Schlepptau hat. Die anderen Kinder ärgern und hänseln ihn. Ein einziges Mal reißt er sich von der Verantwortung los, läßt sie alleine, geht weg und muss daraufhin sein ganzes Leben mit den fatalen Folgen leben.

Ihre Schicksale in den Kindertagen machen aus Alice und Mattia zwei sensible Menschen, die von ihren Mitmenschen entweder gemoppt und gequält oder allein gelassen werden. Essstörungen, Selbstverletzungen, Schuldgefühle, Sehnsüchte und Angst beherrschen Alice und Mattia, die sich eines Tages in der Schule kennen lernen. Sie gehen eine zeitlang zusammen ihren Weg, trennen sich, finden sich wieder,....

Die Geschichte der beiden wird sehr einfühlsam, ergreifend, schmerzhaft aber auch warmherzig erzählt. Ich war beeindruckt von diesem Roman.